Über Ostern 2024 nach SÜDWESTFRANKREICH

Etappen: AUVERGNE - DORDOGNE - BORDEAUX - ATLANTIKKÜSTE bis zur spanischen Grenze

Wir brechen auf und fahren über die AJOUA hinaus ins geliebte Frankreich.

Bei SEURRE an der SAÔNE die erste Übernachtung.

Etwas später am Abend eine wunderschöne doppelte Sonne.

Nach einer längeren Fahrt kommen wir in der historischen Landschaft DORDOGNE-PÉRIGORD an. Im 100-jährigen Krieg zwischen Frankreich und England war dieses Gebiet heiss umkämpft. Davon zeugen viele Burgen und Schlösser.

Hier der Garten von Schloss MARQUEYSSAC, spezialisiert für Buchsbaumgärten.

Gebaut über einem Abgrund geht der Blick auf das gleichnamige Dorf, das sich zwischen den Fluss Dordogne und die Felswand klemmt.

Von der anderen Seite des Gartens geht der Blick zum Château BEYNAC-ET-CAZENAC.

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Am Fluss VÉZÈRE. Wer meine Blogs gelesen hat, weiss, dass mich Brücken faszinieren.

Aber noch mehr fasziniert mich die Felswand hinter der Brücke.

Am Fusse dieser Wand ist der Abri namens CRO MAGNON. Ein Abri ist eine Felsnische oder Felsvorsprung, der etwas Schutz bietet.

In diesem Abri wurden 1868 Skelette ausgegraben, die als damals als älteste Menschen unserer heutigen Art erkannt wurden.

Man gab deshalb ihnen den Namen CRO-MAGNON-MENSCHEN, parallel auch Homo sapiens sapiens. Heute allgemein als "Anatomisch moderner Mensch" genannt.

Unterwegs sahen wir die Herkunft der oft dargereichten FOIE GRAS.

Hoffentlich sind alle des OIES HEUREUSES - glückliche Gänse.

Auf dem Weg zum nächsten Höhepunkt fahren wir an der Fundstelle ABRI DE LA MADELEINE vorbei. Diese Stelle möchte ich natürlich auch sehen, hat sie doch einer ganzen Kulturepoche (eiszeitliche Jäger) den Namen MAGDALÉNIEN gegeben.

Der Fussweg dorthin führt durch einen vermoosten und verwunschen wirkenden Wald.

Leider (für mich, zum Glück für den Erhalt) ist der Abri für Private gesperrt. Darum hier nur ein Internet-Bild.

KLEINKUNST (z.B. eine Wisentkuh, die sich den Rücken leckt, ca. 10 cm gross) und solche PFEILSPITZEN sind typisch für die Epoche.

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LASCAUX IV: Lascaux heisst der Hügel hinter dem Museum. Darin ist die Originalhöhle, die 1940 von Jugendlichen entdeckt wurde.

Da die Atmung und Ausdünstung von Menschen die Farben der Steinzeitmenschen langsam zerstören, wurde die Höhle für alle Besucher gesperrt. Die ganze Höhle wurde in Lascaux IV millimetergenau nachgebaut und die Bilder mit Steinzeitmaltechnik hinein kopiert.

Die Bilder sind einfach fantastisch. Oft wurden die unebenen Felsen benutzt um einen 3-D-Effekt zu erzielen.

Da auch die Nachbildungen nicht fotografiert werden dürfen, stammt auch dieses Bild aus dem Internet.

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Nun fahren wir ins WEINBAUGEBIET VON BORDEAUX

Zwischenhalt in SAINT-ÉMILION. Als erstes fahren wir am Altstadtrand auf markante Ruinen zu.

Sie gehörten zur Abteikirche eines Dominikanerklosters, das ausserhalb der Mauern stand und den Kämpfen im 100-jährigen Krieg zum Opfer fiel.

In den Kirchen im Städtchen wird der Karfreitag vorbereitet. Jesus uns seine Heiligen werden verhüllt.

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Wir treffen nun am Hauptziel unserer Reise ein, in der Stadt BORDEAUX.

Es begrüsst uns die Sieges-Säule der GIRONDISTEN. So wurden nach der franz. Revolution die ersten Parlamentarier aus Südfrankreich genannt.

In der Altstadt und entlang der GARONNE zeigt sich ausgeprägter Barock. Dieser Barometer zeigt gerade auf "Pluie", was sich in der folgenden Stadtrundfahrt bewahrheiten sollte.

So hat sich der PONT DE PIERRE, präsentiert. Auf dem kleinen Bild zeigt er sich bei schönem Wetter.

Die "steinerne Brücke" wurde von Napoleon in Auftrag gegeben, denn er wollte mit seiner Armee nach Spanien und die Garonne war ein grosses Hindernis.

Beim Stadtrundgang trifft man auch auf moderne Kunst. Hier die "ANNA DE BORDEAUX" von JAUME PLENSA

Die Stadt lockt natürlich auch zum Lädele (neudeutsch: shoppen).

Hier haben wir auch zwei typische Bordeaux-Spezialitäten gekauft, die CANELÉS und die BOUCHONS DE BORDEAUX

Die Canelés de Bordelais sind kleine Kuchen mit einem knusprigen Gewand und einem weichen Herz und werden mit Rum, Vanille und Zucker aromatisiert.

Die Bouchons de Bordeaux sind eine Art Zürcher Hüppen, allerdings ist die Füllung nicht süss sondern eher herb. Sie passen ausgezeichnet zu einem Bordeaux-Wein.

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Nach Napoleons Armee forderte die Industrialisierung die nächste Brücke.

Es ist die Eisenbahnbrücke vom bekannten Ingenieur Gustave Eiffel. Zwar ausser Dienst, aber gut erhalten.

In Bordeaux gibt es einen riesigen U-BOOT-BUNKER, der über die Garonne mit dem Atlantik verbunden ist.

Heute werden die Docks im Inneren friedlich genutzt. Wir konnten einer herrlichen Licht-Show beiwohnen mit dem Titel "DE VERMEER À VAN GOGH".

Ein kleines Denkmal neben dem Bunker erinnert allerdings an ein dunkles Kapitel der so genannten Rot-Spanier.

Zwar hat Frankreich die Grenzen nach dem Spanischen Bürgerkrieg für die Gegner Francos geöffnet. Die arbeitsfähigen Männer wurden aber in Arbeitslager gesteckt, die Konzentrationslagern gleichkamen. Unter deutscher Besatzung mussten sie diesen Bunker bauen und wurden anschliessend nach Bremen verschleppt, wo sie eine ähnliche Anlage bauen mussten. Siehe Blog "Eine Reise durch Deutschland im Corona-Jahr 2020".

Franco-treue Spanier, die mit den Nazis an der Ostfront kämpften erhielten später eine Rente. Die Rot-Spanier gingen leer aus.

Auch eine Folge des Krieges - aber eine positive - die CITÉ CLAVEAU

Sie wurde am nördlichen Stadtrand als architektonisch einheitliche Gartensiedlung gebaut, um den Leuten aus den ausgebombten Industrievierteln eine Unterkunft zu bieten.

In der Siedlung blieb ein Bunker stehen, LE BUNKER DE LA RUE DU CAPITAINE-KOENIGSWERTHER.

Koenigswerther war Jude und diente unter General de Gaulle. Mehrmals sprang er als Geheimagent über Frankreich ab. Gegen Kriegsende wurde er verhaftet und in einem KZ umgebracht.

Der Bunker wie auch andere Gebäude wurden von Delphine Delas mit "Murales" geschmückt.

Um den Bordeaux-Weinen die ihnen zustehende Präsentation zu gewähren, wurde die hypermodere CITÉ DU VIN erbaut.

Oben im 7. Stock gibt es das RESTAURANT PANORAMIQUE LE 7, mit gutem Essen und herrlichem Blick über die Garonne und Bordeaux.

Die nächste faszinierende Brücke machte der zunehmende Autoverkehr nötig: LE PONT JACQUES CHABAN-DELMAS (kleines Bild aus dem Internet).

Jacques Chaban-Delmas war während 48 Jahren Bürgermeister von Bordeaux

Damit auch Ozeanriesen in den Hafen fahren können, kann das Mittelteil 53 m hoch gehoben werden.

Fährt man über eine der Brücken, kommt man in das rechtsufrige Viertel LA BASTIDE. Hier haben sich Bohemiens, Künstler, Öko- und Klimaaktivisten ein Alternativzentrum aufgebaut.

Dieses Viertel wurde lange als etwas minderwertig angesehen.

Umso trutziger schaut der blaue Löwe auf den in seinen Augen überheblichen Teil der Stadt hinüber.

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Nach mehrtägiger Stadtbesichtigung zieht es uns an den Atlantik.

Die grosse Bucht LE BASSIN D'ARCACHON liegt nur eine gute Autostunde westlich von Bordeaux (kleines Bild: Blick von CAP FERRET auf den Atlantik hinaus)

Die erste Begegnung mit der Bucht erfolgt noch bei trübem Wetter.

Bei schönem Wetter besuchen wir am anderen Tag die riesige Düne LA GRANDE DUNE DU PILAT, die gegenüber von Cap Ferret liegt.

Sie ist wirklich riesig: 3 km lang, 616 m breit, 110 m hoch und sie hat eine Fläche von 135 ha.

Oben wirkt sie wie eine Wüstenlandschaft mit Blick über den Atlantik.

Der Weg in den Süden verläuft im Hinterland. nur Stichstrassen führen zu kleinen Orten an der Küste.

Zum Bsp. CONTIS-PLAGE. Das Nest wirkt wie ein Dorf aus dem Wilden Westen.

Auch hier kilometerlange Sandstrände. Ab und zu ein versinkender Bunker vom Atlantikwall.

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Bei HENDAYE, einem unscheinbaren Dorf bei Biaritz, kommen wir an die Spanische Grenze. Hier gibt es nichts Erwähnenswertes ausser ...

... in seinem Grenzfluss BIDASSOA liegt die ÎLE DES FAISANS, auch genannt ÎLE DE LA CONFÉRENCE.

Hier wurde der pyrenäische Friede zwischen Frankreich (Louis XIV) und Spanien (Felippe IV) geschlossen. Das Bild hängt im Museum Tessé in Le Mans.

Allerdings konnte keine Einigung über die Hoheit der Insel gefunden werden. Darum ist sie ein so genanntes CONDOMINIUM, also ein Gebiet, das von zwei Staaten regiert wird. Es ist übrigens das kleinste Condominium der Welt.

Aktuell hat Spanien die Hoheit und zwar vom 1. Februar bis 31. August ab 1. September bis 31. Januar ist sie wieder französisch.

Das einzige "Gebäude" ist ein Denkmal an den Pyrenäenfriede mitten auf der Insel.

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Durchs baskische Hinterland treten wir die Rückreise an.

Noch in der Nähe der Pyrenäen zeigt es sich als Hügellandschaft mit verstreuten Bauernhöfen.

In fast jedem Dorf trifft man auf solche Wände mit einem Spielfeld davor.

Es handelt sich um das baskische "Nationalspiel" PELOTA.

Hier ein klassischer Fang- und Wurfkorb.

Ähnlich dem Squash wird der Ball von zwei Mannschaften gegen die Wand gespielt. Gemäss diversen Regeln werden Punkte verteilt.

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Richtung Norden kommen wir in das Département La Landes. Bei einem unscheinbaren Ort werde ich stutzig.

Tatsächlich ist die Ortschaft Mauvezin partenerschaftlich mit Leymen, dem Dorf in unserer Nähe verbunden. <Village jumelé avec Leymen (Haut-Rhin)>

Meine Mutter, die einige Leute aus dem nahen Elsass kannte, hat uns Kindern immer wieder erzählt, dass viele Elsässer zu Beginn des Weltkrieges in die Landes evakuiert worden seinen. Und tatsächlich beruht die Städtepartnerschaft darauf, dass 10 Familien aus Leymen einige Jahre in Mauvezin verbringen mussten.

Weitere Familien haben die Kriegszeit in der Schweiz verbringen können. Vier Leute aus Leymen sind verhaftet und im KZ umgebracht worden, weil sie Leuten über die Grenze helfen wollten.

Unterwegs wieder einmal eine Brücke: LE PONT LARTIQUE.

Wenn auch unscheinbar so gilt sie doch als Weltkulturerbe, denn sie ist eine der ganz seltenen Brücken aus der romanischen Epoche. Erbaut wurde sie extra wegen der Pilgerströme auf diesem Teil des Jakobweges.

Oft fahren wir an Nussbaumplantagen vorbei.

Immer noch in Südfrankreich kommen wir in die Stadt mit dem für uns Deutschsprachige etwas seltsam klingenden Namen

Ein Zusammenhang mit dem bekannten Verhütungsmittel besteht nicht.

Erhalten ist ein mittelalterliches Zentrum.

Die Kathedrale ist zwar gotisch, zeigt aber eine militärarchitektonische Variante.

Der Grund: In dieser Gegend lebten die Katharer, die sich gegen die katholische Kirche wandten. Nach deren Vernichtung wollte der französische König zeigen, wer Herr im Hause ist.

Vor der Kirche eine Hommage an ALEXANDRE DUMAS und seine DREI MUSKETIERE

Aber warum sind es mit D'ARTAGNAN plötzlich fünf?

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Auf unserem Weg liegt das Städtchen NÉRAC mit dem CHÂTEAU HENRI IV.

Die Lebensgeschichte von Henri IV ist etwas kompliziert. Im lokalen Adel als Henri II geboren, wurde er (wegen Heirat seiner Mutter) als Henri III König von Navarra und kam später als Henri IV auf den französischen Thron.

Als ursprünglicher Hugenotte (reformiert), der wegen des frz. Thrones zum Katholizismus konvertierte, war er massgeblich am Edikt von Nantes beteiligt, das den Hugenotten eine gewisse Religionsfreiheit gab. Auf okzitanisch hiess er: lo nòstre bon rei Enric (unser guter König Heinrich).

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Nun geht es in grossen Etappen heimwärts

Wir kommen wieder ins Gebiet der Dordogne und besuchen die Höhle Pech Merle.

Die Höhlenmalerei zeigt hier einzigartig gepunktete Pferde.

Zudem finden sich hier in getrocknetem und versteinertem Schlamm Fussspuren von jugendlichen Steinzeitmenschen.

Die Analyse erfolgte übrigens mit Hilfe von San (Buschmännern) aus der Kalahariwüste. Sie sind Experten im Spurenlesen.

Morgenstimmung im Tals des Flüsschen CÉLÉ.

Vorbei an Burgen geht es in grossen Etappen heimwärts.

Letzter grosser Halt in PARAY-LE-MONIAL, im Burgund.

Die Abtei dort gilt als verkleinerte Kopie von Cluny.

Und nun über Besançon und Pruntrut nach hause und ein herzliches