Eine Herbstwoche im Burgund, 2023

Es war zwar zeitlich schon Herbst, wettermässig aber eigentlich noch Spät-Sommer.

Wie auf der grob eingezeichneten Route ersichtlich, haben wir die berühmten grossen Städte wie Dijon, Beaune und weitere ausgelassen, denn wir wollten für einmal vorallem das Land mit seinen Sehens- und Merkwürdigkeiten erfahren.

Noch im Elsass, kurz hinter Altkirch, bei Dannemarie, ist eine Schleusentreppe mit 12 Schleussen. Sie überwinden eine Höhendifferenz von 50 m. Oben ist der Scheitelpunkt des Rhein-Rhonekanals.

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Auf einer Festung hoch über Mömpelgard (=Montbéliard) fanden wir einen Stellplatz zum Übernachten.

Blick auf Montbéliard in der Abendsonne.

Und am Morgen weckt uns ein wunderschöner Sonnenaufgang über den Juraketten.

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Südlich von Dijon liegt der Steinbruch LA KARRIÈRE, dessen hohen Wände Künstlerinnen und Künstler mit riesigen Bildern gestaltet haben.

Sie werden stets von Zuschauern bewundert.

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Wir sind im Départemant Côte d'Or angekommen.

Und schon wissen wir woher die guten Weine der Gegend kommen.

Wie ich mir habe sagen lassen, heisst hier im Burgund Côte nicht etwa Küste, sondern die sanften mit Reben bepflanzten Abhänge werden als Côtes bezeichnet.

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Wir kennen alle den Mythos der "Route 66" in den USA.

Einen ähnlichen Ruf hatte in den 60er Jahren die "ROUTE NATIONALE 6" in Frankreich. Vor dem Bau der Autobahnen mussten alle Franzosen aus Paris und nördlich davon über diese RN 6, wenn sie in den Sommerferien an die Côte d'Azur fahren wollten. Die älteren Semester erinnern sich vielleicht noch an den Klamaukfilm "Der Polizist von St. Tropez" mit Louis de Funès, der auf dieser Strasse spielt.

Etwa auf halbem Weg stand an der RN 6 die legendäre die "STATION DU PONT DE PARIS".

Vom Kulturministerium wird sie als PATRIMOINE ARCHITECTURAL (MERIMÉE) eingestuft, als wichtiges architektonisches Erbe.

Die Anlage wird wie folgt beschrieben: Dieses Gebäude hat einen skulpturalem Charakter und ein sorgfältiges und präzises Design. Sein Betonmast sowie das Betonband über den gebogenen Erhebungen tragen zur Beschilderung dieser ehemaligen Tankstelle bei. Das Ensemble weist eine schlanke, moderne Silhouette auf und ist aufgrund seiner Integration in den Ort von großem Interesse.

.Am 25.7.2025 erschien in der NZZ folgender Artikel:

Eine Strasse wie eine Zeitreise – auf der «Route du Soleil» in den Süden Einst war die Route nationale 7 der schnellste Weg von Paris oder Lyon an die Côte d’Azur. Dann kam die Autobahn. In den Teer der alten Südstrasse frassen sich Schlaglöcher, in die angrenzenden Geschäfte und Gaststätten Leerstand. Doch der Geist Frankreichs blieb.

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Auf dem Weg nach Autun können wir den Park des CHÂTEAU DE SULLY besuchen. Das Schloss ist bekannt für seine Parkanlagen mit elegantem Wassergraben.

Die drei Bilder zeigen, dass bei einem solchen Schloss die Renovationen nie abgeschlossen sind (Pferdestallfenster). In einem Nebengebäude gefällt uns eine neuzeitliche Lampe. Beeindruckend auch der grosse Pferdestall.

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Auch die Römer konnten Pyramiden bauen. Hier die PYRAMIDE DE COUHARD.

Sie war ursprünglich über 22 m hoch und war als imposantes Grabmal angelegt.

Von der Pyramide aus sieht man auf das schöne, typisch burgundische Städtchen AUTUN.

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In südlicher Richtung treffen wir auf eine exotische Sehenswürdigkeit. Die Pagode PALDENSHANGPA bei La Boulaye. Sie ist ein tibetanisch-buddhistischer Tempel, erbaut von Exil-Tibetern. Sie wird auch "Pagode der tausend Buddhas" genannt.

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Kann das ein MONUMENT HISTORIQUE sein ???

Ja, es handelt sich um LES CINQ PAVILLONS FILLOD im Dörfchen Gueugnon.

Was ist an diesen rostigen Kontainern so speziell?

Der Ingenieur Fillod entwickelte in den 1930er Jahren Stahlkontainer als Häuser, die erstmals in Serie gebaut werden konnten. Sie dienten Arbeitern als Unterkunft. Später entwickelte er auch Transportcontainer. Somit sind die "CINQ PAVILLONS FILLOD" die Urtypen aller standardisierten Kontainer.

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In jedem Ort werden die Gefallenen der Weltkriege geehrt. So auch in Bourbon-Lancy.

Allerdings sei hier die Frage erlaubt: warum braucht ein Engel einen Stahlhelm?

Im gleichen Städtchen gibt es einen "Zytglogge"-Turm.

Oben aus dem Turmfenster schaut der "Beurdin" (eine Art Dorftrottel) auf die Leute herab und zeigt ihnen die Stunden mit Hammerschlägen an. Dabei streckt er ihnen noch die Zunge heraus.

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Wir wurden Burgund leicht untreu, denn wir machten Halt in MOULINS SUR LOIRE, das schon zur Auvergne gehört. Hier ein Blick vom Übernachtungsstellplatz auf die Stadt.

Die Loire ist einfach einer meiner Lieblingsflüsse, bzw. -ströme, da sie noch einen fast durchgehend natürlichen Flusslauf hat.

Ich folge dem Tipp des Reiseführers und bestelle hier OEUFS EN MEURETTE.

Es handelt sich um "verlorene Eier" in einer burgundischen Rotwein-Sauce (La merette). Einfach köstlich!

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Abendstimmung bei unserem Übernachtungsplatz auf der Loire-Insel Le Faubourg von LA CHARITÉ SUR LOIRE.

Wie schon gesagt, die LOIRE einfach ein fantastischer Fluss.

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Was wäre Burgund ohne seine gotischen Kathedralen. Sie alle zu besuchen und aufzuzählen ist unmöglich.

Bild von Kirchenraum und Rosette stammt von Moulins. Die Krypta liegt unter der Kathedrale von Vézelay.

Auch von aussen können sie mit ihren Wasserspeiern imponieren. Hier die Kathedrale von Nevers,

Wer schon meine anderen Blogs gelesen hat, weiss von meiner Schwäche für Brücken.

Hier eine alte stillgelegte Eisenbahnbrücke über die Loire, LE VIADUC DE PORT-AUBRY.

Sie wurde 1893 im so genannten eisernen Fachwerkbau erstellt. Sie war mit 828 m Länge damals eine der längsten Brücke Frankreichs. Ab 1950 wurde sie nur noch eingleisig befahren und 2000 definitiv ausser Betrieb genommen. Heute ist sie ein Industrie-Denkmal.

Den Durchblick im Innern der Konstruktion finde ich faszinierend.

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Ein weiteres Monument historique sind die ehemaligen Schleusen von ROGNY-LES-SEPT-ÉCLUSES.

Sie wurden um 1600 gebaut, um mit einem Kanal die Loire mit der Seine zu verbinden. Höhenunterschied 24 m. 1887 wurden sie überflüssig, da ein modernerer Kanal um den Hügel herum gebaut wurde.

Und gleich am Kanal konnten wir die gute französische Küche geniessen.

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Denkt man an Burgund, denkt man an Reben und Wein. Dabei wird im weitaus grösseren Teil Ackerbau oder Waldwirtschaft betrieben.

Die Äcker sind im Vergleich zur Schweiz riesig. Die Traktoren wirken wie Spielzeugmaschinen.

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Wir treffen auf einen weiteren Steinbruch. Diesmal ist er unterirdisch.

In seinem Innern sind Prüfungsarbeiten von angehenden Steinmetzen ausgestellt.

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Eine weitere Merkwürdigkeit finden wir in CARRÉ-LES-TOMBES.

Um die Dorfkirche herum liegen viele Steinsärge. Sie stammen aus der Zeit vor Karl dem Grossen, also vor 800 n.Chr. Mehr darüber, warum und wieso sie gerade hier liegen, wissen die Forscher bis heute nicht.

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Im kleinen Dorf Dissangis steht ein besonderes LAVOIR, ein Waschhaus.

Ein Rohr in der Mitte lässt das kalkhaltige Wasser in 1.5 m höhe sprudeln. Durch Verdunstung und Ablagerung hat sich ein runder Kalkfelsen gebildet, der jetzt über dem Becken zu schweben scheint. Das Dach selbst ist nach innen geneigt, so dass auch Regen ins Becken fallen kann.

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Die Energiewende ist auch im Burgund angekommen.

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Der Heimweg durch das mittlere Burgund führt durch grosse Wälder, aus dem ab und zu ein Château blickt.

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In diesen Wäldern treten immer wieder unterirdische Bäche als Karstquellen zu Tage.

Auch mehrere Quelltöpfe, bei denen das Wasser von unten her an die Oberfläche kommt, finden sich in dieser Gegend. Oft sind sie halbrund eingefasst.

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Unser letzter Übernachtungsplatz liegt romantisch am Kanal der Saône.

Und nach diesem Sonnenaufgang ebendort geht es wieder nach Hause.