Deutschland Sommer 2018
Kurze Vorbemerkung: 3 Wochen haben wir mit unserem Wohnmobil DEUTSCHLAND - vorwiegend dem OSTEN - einen Besuch abgestattet. Wir haben viele bekannte, unbekannte, aber meist interessante Orte gesehen. Um den Reiseblog auf einer lesbaren Länge zu halten, beschränke ich mich hier vorwiegend auf Besonderheiten, die uns aufgefallen sind und Dinge in Zusammenhang mit meinem Hobby (Archäologie). Dafür lasse ich bekannte Sightseeing-Bilder eher weg.
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Die ungefähre Route:
Wir fahren rheinaufwärts bis Schaffhausen und biegen dann nach Norden. Wir folgen weiter der DONAU über Tuttlingen und Sigmaringen. Unser erstes Ziel ist die HEUNEBURG, eine ehemals befestigte KELTISCHE HÖHENSIEDLUNG hoch über der jungen Donau.
Sie entstand im 6. Jhd. vor unserer Zeitrechnung (Hallstattzeit). Funde belegen intensive Handelskontakte in den Mittelmeerraum. Schon Herodot, der griechische Geschichtsschreiber soll sie als Stadt am Oberlauf der Donau erwähnt haben.
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Unsere Reisezeit war wie ja überall in Europa heiss und trocken.
Umso heftiger war die Abkühlung am Abend.
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Auf einer unserer letzten Reise tauchten wir mit Franz Hohlers „DAS PÄCKCHEN“ ein in die mittelalterliche Welt der Wandermönche. Eine zentrale Rolle spielt darin das KLOSTER WELTENBURG bei Kelheim an der Donau. Es auf unserer Deutschlandtour zu besuchen, war darum ein selbstverständliches „Muss“.
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Auf der Autobahn nach Norden sticht uns eine Hinweisschild DEUTSCH-DEUTSCHES MUSEUM MÖDLAREUTH ins Auge. Was verbirgt sich wohl dahinter?
Wir treffen auf die Geschichte von 1952 bis 1989. Mödlareuth ist ein Dorf dessen Dorfbach mitten durch die Häuser fliesst. Seit Jahrhunderten war dieser Dorfbauch (leider) auch die Grenze zwischen Thüringen und Bayern, was aber im kleinen Dorf nie zu Problemen geführt hatte. Als aber das besetzte Deutschland in Zonen aufgeteilt wurde, war die rechte Dorfseite mit Thüringen Sowjetzone und wurde DDR-Staatsgebiet, und die linksseitigen Häuser wurden dem Westen, der späteren BRD zugeschlagen.
Dokumentation im Museum: Ohne Rücksicht wurde entlang dem Dorfbach wurde eine Mauer mit Todesstreifen durchgezogen.
Die Mauer wirkt von Nahe sehr hoch. Oben immer ein runder Abschluss, damit allfällige Flüchtlinge keinen Halt finden können. Der Grenzpfahl (kleines Bild Mitte) hat wohl bei der Wende die Wut auf sich gezogen.
Blick vom Wachturm
Mödlareuth war als geteiltes Dorf relativ bekannt und wurde deshalb auch „Klein Berlin“ genannt. Weitaus häufiger sieht man nichts mehr vom ehemaligen Grenzverlauf und würde diesen auch nicht bemerken, wenn nicht eine Tafel darauf hinweisen würde. Ist vielleicht auch besser so.
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In den weiten Ebenen in Mitteldeutschland hätte ein Hobby-Archäologe wie ich eigentlich nichts Besonderes erwartet, besonders wenn er verwöhnt ist von den französischen und spanischen Höhlenmalereien. Doch auch diese Gegend birgt Schätze: Die KREISGRABENANLAGE VON GOSEK im oberen Saaletal
Die Anlage hat mit grosser Wahrscheinlichkeit als Sonnenobservatorium gedient. Dafür sprechen mehrere Möglichkeiten, anhand der Lücken in den Palisaden Sonnenwenden und weiteres zu bestimmen.
Die Anlage ist vor rund 6900 Jahren gebaut worden, zu Beginn der Jungsteinzeit und ist somit älter als Stonehenge in England. Sie wurde durch Luftaufnahmen 1991 entdeckt anschliessen akribisch ausgegraben und rekonstruiert. Die Pfähle selbst sind natürlich neu, sie stehen aber in den Löchern, die die ursprünglichen hinterlassen haben.
Aus der Luft muss die Anlage noch mehrt imponieren. Da ich nicht fliegen kann und zur Illustration der möglichen Berechnungen habe ich dies hier aus dem Internet kopiert.
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Schon bald sind wir in HALLE a. d. SAALE. Hier wartet ein weiterer frühgeschichtlicher Höhepunkt. Im Archäologischen Museum sind die Gräber von EULAU so dargestellt, wie sie bei der Freilegung gefunden worden sind. Sie stammen aus dem 3. Jahrtausen vor unserer Zeitrechung, also vom Ende der Jungsteinzeit.
Die Gräber wurden „en Bloc“ aus dem Boden gehoben und unter Laborbedingungen freigelegt. 13 Personen kamen gleichzeitig gewaltsam ums Leben. Die meisten – vermutlich auf der Flucht - von hinten erschlagen.
Die gewissenhafte, nahezu liebevolle Bestattung der Toten sprechen dafür, dass die Toten von den Überlebenden der Gemeinschaft bestattet wurden. Dabei könnte es sich um Männer und Frauen jugendlichen Alters gehandelt haben, die unter den Toten fehlen und sich zur Zeit des Überfalls möglicherweise nicht in der Siedlung aufhielten.
Im gleichen Haus ist auch die HIMMELSSCHEIBE von NEBRA ausgestellt. Sie stammt aus einer jüngeren Zeit, etwa 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, wobei sie mehrmals abgeändert und ergänzt worden ist.
Sie wurde von Grabräubern ausgegraben. Hehler dieser Scheibe konnten übrigens 2001 von der der Basler Staatsanwaltschaft dingfest gemacht werden. (Das Bild ist aus dem Internet, da Photographieren vor Ort nicht erlaubt war).
Wir haben auch viele Baudenkmäler, besonders Kirchen gesehen. Aber mehr als die verschiedenen Baustile hat uns diese Figur des herabsteigenden Jesus beeindruckt.
Was will der Künstler uns damit wohl sagen?
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Die Fahrt in den HARZ führte uns in wilde Natur. Kein Wunder, dass hier Märchen und Hexengeschichten entstanden sind. Auf dem Brocken findet ja bekanntlich in der Walpurgisnacht die grosse Hexenversammlung statt, was turistisch ausgeschlachtet wird.
Und wieder eine Überraschung: Am Fusse des Harz in GOSLAR treffen wir auf eine STABKIRCHE.
Ich glaubte bisher, dieser Typ einer reinen Holzkirche - ein Erbe der Wikinger - gäbe es nur in Skandinavien.
Der Name STABKIRCHE leitet sich ab von den senkrechten Holzsäulen, die als Stäbe bezeichnet werden.
Trotz allem Info-Material konnte ich nicht eruieren, warum ausgerechnet mitten in Deutschland eine Stabkirche gebaut worden ist, denn sie ist erst rund 120 Jahre alt. Vielleicht war Holz zur damaligen Zeit der günstigste Baustoff, denn es wurde betont, es handle sich ausschliesslich um einheimische Hölzer.
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Es geht weiter nordwärts nach HALBERSTSTADT. Dort suchen wir die Kirche des BURCHARDI-KLOSTERS*). Unser Ziel ist nicht unbedingt die Kirche oder das Kunstwerk davor, sondern was drinnen zu sehen sein wird.
*)Zum Namen: Das Kloster wurde von Sankt Burchardi, einem Bischof, gegründet.
Es ist diese Orgel und das Experiment, das mit ihr verbunden ist.
Das Experiment heisst ORGAN²/ASLSP
Es handelt sich dabei um ein Orgelstück von John Cage, einem amerikanischen Künstler und Komponisten. Seine Auflage: Das Stück soll so langsam wie möglich gespielt werden, "As SLowly and Softly as Possible" (=ASLSP). Die Uraufführung dauerte 29 Minuten.
Enthusiasten kamen auf die Idee, die Aufforderung von CAGE viel wörtlicher zu nehmen und sie dehnten die Spielzeit auf 639 Jahre. Nach dem Bau der Orgel konnte das Konzert 5. September 2001 beginnen. Da es mit einer kurzen Pause beginnt, ertönte der erste Ton erst am 5. Februar 2003.
Bei unserem Besuch 2018 konnten wir dem 13. Ton lauschen. Der Wechsel auf den nächsten Ton erfolgt am 5.9.2020 und der letzte Ton wird im Jahre 2640 verklingen.
Die Kirche selbst hat viel durchgemacht. Sie wurde schon unter Napoleon als Armeelager gebraucht. Später als Wagenremise, Zuckerfabrik, Cholera-Lazarett und wiederum Armeelager. Die Säule auf dem Bild stützte zeitweise einen Schweinestall. Heute ist die Kirche ausgeräumt und vor dem weiteren Verfall geschützt.
In Ihrer schlichten Art ist sie wunderschön und ein würdiger Ort für ORGAN²/ASLSP
Nicht alle können der Idee etwas abgewinnen, ich finde sie einfach fantastisch.
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In der Nähe liegt QUEDLINBURG, eine hübsche kleine Altstadt. Uns interessiert aber der spezielle Friedhof, dessen Grabkammern in die treppenförmige Hügellandschaft eingebaut sind.
Auch das "Dach" der Kammern wurde genutzt.
Im Vordergrund ein Luftabzug der darunterliegenden Kammer. Dahinter weitere Stelen, eine davon berichtet vom Schmerz einer Mutter über ihre verlorenen Söhne.
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Wir fahren weiter auf die Ostsee zu. In Ostdeutschland haben sich alte Alleen gut gehalten. Sehr angenehm in der heissen Sommerzeit!
Was auch noch auffällt, die riesigen Getreidefelder, die in der Sommerhitze flimmern.
Sie sind ein Ergebnis der komunistischen Landwirtschaft mit ihren LPGs (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften).
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Auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern müssen wir über die Elbe. Dies wollen wir bei DÖMITZ, einem kleinen Ort, den wohl kaum jemand kennen würde, wäre da nicht die bekannte DÖMITZER EISENBAHNBRÜCKE, die - wie der Pont d’Avignon – nur noch bis zur Flussmitte geht.
Sie wurde im 2. Weltkrieg zerstört und da hier die Elbe die innerdeutsche Grenze bildete, wurde sie nicht mehr aufgebaut.
Da nicht nur der Fluss, sondern auch die gelegentlich überfluteten weiten Auen, überbrückt werden mussten, war diese Brücke die längste Eisenbahnbücke Deutschlands.
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Ich wollte mich zurückhalten mit "Sigtseeing"-Bildern, aber beim SCHWERINER SCHLOSS werde ich schwach.
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Eines unserer Ziele war WISMAR als alte Hansestadt mit Backsteingotik aber auch – ich gebe es zu – weil wir gelegentlich im Vorabendprogramm die Krimiserie SOKO WISMAR schauen und dadurch auf das Städtchen „gluschtig“ wurden.
Auf dem Marktplatz genehmigten wir uns im „ALTER SCHWEDE“ zunächst einen Apéritif. Er ist ein Beispiel für die profane Backsteingotik. Typisch sind die „leeren“ Fenster, die der Repräsentation dienen.
Sein Name steht in Zusammenhang mit der Schwedenzeit: Schweden erobert während des 30jährigen Krieges 1632 die Stadt und diese blieb von da an bis 1903 schwedisch.
Die Stadt erscheint lebendig mit viel Klein- und Strassenkunst und Bürgeraktionen.
Wie schwer Wismar im Krieg getroffen worden ist, zeigt sich an den Marienkirche, von der nur noch der Turm steht. Im Bereich des ehemaligen Kirchenschiffes sind nur noch die Säulenfüsse zu sehen. Im Bronzemodel zeigt sich die frühere und heutige Situation.
Zum Thema Soko Wismar: Ein kleiner Abstecher zum Eingang des alten Heilig-Geist-Hospitals. Auch dieses im besten Backsteingotik-Stil.
In der Krimiserie dient sie als Einfahrt zur Polizeistation.
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Die nächste Stadt mit hanseatischem Flair und Backsteingotik ist ROSTOCK. Aber auch hier lockt mich etwas ganz Besonderes: der PFEILSTORCH
In der Sekundarstufe hat nämlich unser Biolehrer, Herr Kellenberger, uns erzählt, wie man überhaupt herausgefunden hat, wohin die Störche im Winter fliegen. Man wusste zwar, in Afrika gibt's auch Störche, aber waren es die gleichen, wie die unseren?
1822 wurde ein Storch in Norddeutschland geschossen, dem ein Pfeil im Halse steckte. Ethnologen konnten den Pfeil einem bestimmten Volk in Äquatorialafrika zuordnen. Dies war der Beginn der Vogelzugforschung.
Der Vogel wurde präpariert und steht seither in der zoologischen Sammlung der Universität Rostock.
Auch in ROSTOCK gäbe es einige Ferienfotosujets. Ich beschränke mich hier auf ein paar Eindrücke aus der Kirche St. Marien:
Ein Schiff als Votivgabe, eine astronomische Uhr und das Bild ECCE HOMO von Egon Tschirch, einem lokal bekannten Maler in Anlehnung an ein bekanntes Werk von Lovis Corinth.
Aber Backsteine gibt’s nicht nur in der Gotik sondern auch im modernen Kunsthandwerk.
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Die älteste Schlacht in Europa.
Friedlich mäandert die TOLLENSE - ein Fluss in der Grösse der Birs – durch Vorpommern. Sie ist beliebt bei Kanufahrern.
Auch ein Hobby-Archäologe paddelte 1996 hier durch und sah etwas aus der Uferböschung ragen. Es stellte sich als Oberschenkelknochen heraus. Zunächst dachte er an einen Soldaten aus dem 2. Weltkrieg, doch dann entdeckte er die darin steckende bronzene Pfeilspitze, welche für das 20. Jhd. nicht gerade typisch gewesen wäre.
Da sowohl steinzeitliche Waffen, wie auch bronzene gefunden wurden, geht man von deutlich unterschiedlichen Kulturstufen aus. Die meisten starben wohl an Keulenschlägen auf den Kopf.
Die umfassende Grabung ergab Skelette von etwa 1000 toten vorwiegend jungen Männern, wobei man davon ausgeht, dass rund 5000 Kämpfer beteiligt waren. Vielmehr weiss man nicht, weder über die Beteiligten selbst noch deren geschichtlichen Hintergründe.
Das Geschehen kann auf die Zeit um 1300 - 1200 vor unserer Zeitrechnung, also Bronzezeit datiert werden.Es ist somit das älteste nachgewiesene Schlachtfeld in Europa.
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Die Reise führt uns weiter über Usedom und Stettin in Polen, durch den Oderbruch in die Lausitz. Dort treffen wir auf ein Ungeheuer.
Es ist eine so geannte Förderbrücke, ein Ungetüm aus Stahl auf Schienen, gebaut für den Braunkohleabbau. Über 500m lang und 75m hoch, wird sie deshalb auch als liegender Eiffelturm bezeichnet. Insgesamt wurden 13'500 Tonnen Stahl verbaut.
Um die ganze Anlage zeigen zu können, muss ich auf‘s Internet zurückgreifen:
Von der Plattform auf 75m Höhe sieht man allerdings auch, welchen Eingriff die Maschine in die Landschaft gemacht hat. Es soll versucht werden, den entstandenen See touristisch „aufzumöbeln“, u. a. mit Segeljachthafen (bei den Pfählen im Wasser) und Schwimmbad weiter links.
Ironie der Geschichte: Bauzeit 3 Jahre von 1986-89 für einen geplanten Einsatz von ca. 30 Jahren. Tatsächlicher Einsatz 10 Monate. Dann kam die Wende und der Abbau der hiesigen Kohle rentierte nicht mehr. Der Stahlkoloss sollte gesprengt werden. Die lokale Bevölkerung konnte dies verhindern und heute ist die Anlage ein Freilichtmuseum.
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DRESDEN bietet Wohnmobilfahrern einen Übernachtungsplatz mitten in der Stadt an mit Blick über die Elbe auf die Frauenkirche.
Allerdings hat am Elbufer an diesem Abend Roland Kaiser ein Schlagerkonzert gegeben. Was natürlich je nach Musikliebhaber als bereichernd empfunden werden konnte oder auch nicht. Aber die Stimmung an sich war gut und friedlich.
Anderntags ein Ausflug ins ELBSANDSTEINGEBIRGE.
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Nach einer Fahrt durchs Erzgebirge geht es definitiv heimwärts zu. An den Schaufenstern in Regensburg merken wir, dass wir wieder in Bayern sind.
bayrisch: OBA' GSETZT IS % = neudeutsch: SALE!
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Auf dem Weg nach Augsburg machen wir Zwischenhalt in INGOLDSTADT.
Beim Stadtbummel wurden wir überrascht von der barocken Herrlichkeit der Kirche „St.-Maria-de-Victoria“ oder ASAM-KIRCHE, wie die Kirche nach ihrem Architekten auch genannt wird.
Die reich geschmückten Reliquien muten uns nüchterne und rationale Zeitgenossen als etwas "aus der Zeit geraten" an.
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Unseren letzten grossen Halt machen wir in AUGSBURG.
Die Stadt gilt als Renaissancestadt des Nordens. Doch hier möchte ich ein mittelalterliches Sozialprojekt vorstellen: Die FUGGEREI.
Die Fuggers waren im ausgehenden Mittelalter tüchtige Geschäftsleute, die mit Handel und Finanzgeschäften sehr vermögend wurden.
Auf dem Höhepunkt der Familie Fugger stiftete Jakob Fugger, genannt der Reiche, eine Sozialsiedlung mit damals 50 Reihenhäusern, deren Zahl mit der Zeit auf 140 stieg. Diese standen unschuldig arm gewordenen Augsburger Bürgern zur Verfügung.
Die Siedlung ist in sich geschlossen und zeigt lauschige Innenhöfe.
Stolz sind die Augsburger, dass ein Urgrossvater von W. A. Mozart in der Fuggerei gelebt hat und ohne diesen hätte es das Musikgenie nie gegeben.
Eine Dokumentation zeigt, dass auch diese Siedlung im Krieg schwer gelitten hat.
Die Reihenhäuser dienen heute noch als Sozialwohnungen. Im Sinne eines Museums gibt es zwei Musterwohnungen, eine entspricht dem 19. Jhd. die andere zeigt die heutige Ausstattung.
Der Mietpreis sei immer noch derselbe und entspricht wie im 16.Jhd. umgerechnet 88 Cents pro Jahr und jeden Tag ein "Vaterunser" und ein "Ave Maria" als Fürbitte für die Stifter.
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Mit einer gemütlichen Fahrt durchs Allgäu, einem kleinen Umweg über Vorarlberg an den Bodensee und von dort nachhause schliessen wir unsere Deutschlandreise ab.